| Meist
gehe ich allerdings ohne. Ich hab schon immer gerne provoziert. Und ich
find es spannend, was ich mit Glatze so alles erlebe.
Vor einigen
Tagen sagte z.B. eine Mutter im Supermarkt zu ihrer kleinen Tochter:
"stell dich schon mal hinter dem Mann (!) an..." Das Kind
betrachtete mich zweifelnd und irritiert. Tja, Kinder schauen genauer
hin...
In der Arbeit
und in der Erziehung bin ich mir immer meiner Modelfunktion bewusst. Nicht, was ich sage, ist entscheidend, sondern wie ich mich
verhalte.
Unsere Gesellschaft ist toleranter
geworden. Nun sollte sie auch noch zur Kenntnis nehmen, dass es viele
Menschen mit Krebs gibt. Frauen mit Brustkrebs sollten sich nicht
verstecken oder gar dafür schämen müssen. Sie bleiben genauso wertvolle Menschen, wie sie vor
der Erkrankung waren. Eine Glatze oder eine verlorene Brust entspricht
zwar nicht dem herrschenden Schönheitsideal aber, wir Betroffene sind
auch selbst dafür
verantwortlich, ob Frauen mit einer oder gar keiner Brust in dieser
Gesellschaft akzeptiert werden.
Vor einigen
Jahren noch, haben sich z.B. viele homosexuelle Menschen nicht getraut, sich zu
offenbaren. Inzwischen hat Berlin einen schwulen Bürgermeister. Und das
ist gut so.
Ich war schon
immer gerne Vorreiter für Angelegenheiten, die mir wichtig waren. Deshalb
steh ich zu mir und zeige mich, so wie ich bin. In meiner nächsten
Umgebung bin ich anerkannt und keinen stört es, dass ich nicht mehr
perfekt bin ! |