| Im
Jahr 2000 starb Eva. Sie konnte noch miterleben, dass ich wie alle Schwestern, genauso gut verkrafte, Krebs zu haben. Für mich ist der Krebs
nichts Besonderes mehr. Ich hab es nun vier mal miterlebt. Die letzten
zwei Schwestern hab ich bis in den Tod hinein begleiten können.
Eva entschloss sich, als sie
nicht mehr alleine aufstehen konnte, ins Krankenhaus zu gehen um uns, elf
Menschen mit Wohnungsschlüssel, zu entlasten. Niemand rechnete damit, das
sie bereits, am dritten Tag im Krankenhaus, sterben würde. Wir haben noch
viele Stunden nach ihrem Tod gemeinsam im Krankenhauszimmer von ihr
Abschied genommen. Danke dafür dem Berliner Virchow-Krankenhaus.
Ich hab bis zuletzt gehofft,
dass wenigstens meine Schwester Eva mir erhalten bleibt Aber auch
das sollte nicht sein.
Ich
war mir sicher, infolge des Krankheitsverlaufs meiner drei Schwestern,
dass ich mindestens fünf Jahre Ruhe haben würde, bevor die Krankheit
sich mit einem Rezidiv wieder melden würde. Mein Arzt sagte, das
Wichtigste sei, das ich stressfrei lebe. Das hab ich nicht hinbekommen und
so stellte sich im 7. Jahr nach der Ersterkrankung heraus: 4 kleine Tumore
in der anderen Brust und zwei Metastasen in den Lymphknoten.
Wieder ein G3 und insgesamt ein
"Porsche". Besonders aggressiv und schnell beim Wachsen. Wenn
schon, denn schon. Die Brust konnte nicht erhalten werden.
Chemotherapie, keine Frage.
Wieder 6 Zyklen aber diesmal ein stärkeres Medikament. Um die
Strahlentherapie musste ich kämpfen. Aber ich konnte mich durchsetzen,
unterstützt von meinem Onkologen Dr. Haim. Immerhin wurde die
Thoraxwand bestrahlt.
Nach Aussage meiner
behandelnden Ärztin in der Charite Berlin hab ich eine 90%ig höhere
Überlebenschance, nach Entfernung der Eierstöcke und der anderen Brust. Dazu
hatte ich mich entschlossen.
Es musste zuvor ein Gentest
gemacht werden. Anfang des Jahres 2006 bekam ich das Ergebnis.
Eigentlich war es jedem klar, dass dieser Krebs genetisch ist. Nach
Aussage der Gynäkologin der Charite werden diese prophylaktischen OPs
aber nur dann von der
Krankenkasse gezahlt, wenn eines der bekannten Brustkrebsgene nachgewiesen
wird.
Im Frühling 2006 wurden die Eierstöcke entfernt. Die
Brust sollte im Herbst folgen. Diese OP musste ich verschieben, da die BFA
mir zu dieser Zeit eine REHA verordnete. Danach begann der Kampf ums Geld,
der noch immer anhält. Bis dies abgeschlossen ist schiebe ich die OP
weiter auf. An mehreren Fronten mag ich nicht kämpfen.
|